24 Dinge, die ich mit 24 gelernt habe

Das GA wird bald teurer, du kannst nicht mehr ungestraft saufen gehen, Bad Boys verlieren ihren Reiz und du realisierst, dass deine Eltern älter werden. Andererseits schnallst du, warum er nicht anruft, warum du not-so-fucking-special bist, warum du deine Heimatstadt verlassen hast, warum du an die Urne gehen solltest und warum du nicht mehr von allem gemocht werden musst. Was man mit 24 sonst noch lernt?

Dass in genau 365 Tagen dein ganzes postpubertäres Leben (aka GA, Krankenkasse, Bankkonto, Handyrechnung, etc.) teurer wird. Und dass dies womöglich ein friendly reminder des Universums ist, deinen Scheiss langsam mal auf die Reihe zu kriegen.

Dass das erste Viertel ganz schön Angst machen kann. Weil es bedeutet, dass der Abschnitt deiner Kindheit endgültig vorbei ist. Was aber irgendwie okay ist, weil du grad Viertel geschrieben hast, vielleicht mal 100 Jahre alt und Grosi wirst.

Dass es absolut keine Entschuldigung gibt, nicht abstimmen zu gehen. Weil du nämlich auf die harte Tour gelernt hast, was 0.3 Prozent so alles ausmacht. Du verwöhntes Demokratenkind.

Dass es völlig okay ist, deiner Mutter um vier Uhr morgens nach einer Partynacht betrunken und heulend anzurufen, weil du dir beim tiefnächtlichen spontanen (?!) Nagelschneiden fast einen Zeh abgeschnitten hast und nun den Badezimmerteppich mit Blut versaust, während andere Gleichaltrige verheiratet sind und Kinder kriegen.

Dass irgendwann der Zeitpunkt kommt, dich bei deiner Stiefmutter dafür zu entschuldigen, dass du sie als Sündenbock missbraucht hast. Und dass sie dir verzeihen wird, weil du noch ein Kind warst.

Dass du nicht Everybody’s Darling sein kannst. Und endlich begreifst, dass das nichts mit dir zu tun hat. Und weil es viel zu viel Spass macht, dich mit Autoritäten anzulegen.

Dass das Kleid zu kurz ist, sobald du dich fragst, ob das Kleid zu kurz ist.

Dass viele Menschen, insbesondere Internet-Trolls, unglaublich unglücklich sind und so laut schreien müssen, weil ihnen sonst niemand zuhört. Und dass es diese Menschen sind, die dein Verständnis brauchen – nicht umgekehrt.

Dass Kindheitsträume wertvoll sind. Weil es gut möglich ist, dass du einmal im Leben in einem Schloss wohnen wirst. Never give up on your silly silly dreams.

Wein > Wodka.

Dass niemand deine erste Liebe toppen wird und du diese Person wohl immer ein nervtötendes Bisschen lieben wirst. Weil sie dir so viel bedeutet, dass sie immer einen Platz in deinem Herzen hat. Und das verdammt schön ist.

Dass es andere Lebensformen als Monogamie, 8to5-Job und fester Wohnsitz gibt. You’re a free bitch, baby.

Dass es total cool und anstrengend ist, mit 24 Jahren Feministin zu werden. Und dass es hilft, wenn andere 24-Jährige wie Emma Watson und Taylor Swift mitziehen.

Dass du die besten Eltern und Freunde haben kannst und dich trotzdem manchmal einsam fühlst. Weil du ein Mensch bist. So Herbert-Grönemeyer-Style. With feelings and stuff.

Dass er anrufen wird, wenn er dich mag.

Dass es dir auch mal nicht gut gehen darf. Und dass du, wenn du selber mal unten bist, wahnsinnig viele Menschen zu verstehen lernst. Weil du demütiger geworden bist und gemerkt hast, dass du nicht besser oder spezieller bist als irgendwer sonst auf diesem Planeten. #twentysomethingstruggle

Dass sehr wenige Facebook-Debatten im echten Leben einen Wert haben und eine zweimonatige Social-Media-Absenz vieles wieder ins rechte Licht rückt. Dass Dinge passiert sind, auch wenn sie nicht gepostet wurden. Dass Dinge gut sind, auch wenn sie nicht geliked werden. Das Dinge berühren, auch wenn sie nicht geteilt werden.

Dass Frauenmagazine Müll sind. Weil weder eine blonde Mähne, noch das perfekte Outfit oder die richtige Figur deine wahren Probleme lösen. Dafür musst du schon mit echten Menschen reden.

Dass du die Bad Boys nicht mehr nötig hast. Weil du es nicht mehr von anderen Menschen abhängig machst, ob dein Leben aufregend ist.

Dass es einen Grund hat, warum du deine Heimatstadt verlassen hast und es nicht schlimm ist, dass viele Freundschaften versandet sind. People change.

Dass deine Eltern älter werden. Dass du begonnen hast, dich teilweise für sie verantwortlich zu fühlen und dir klar wird, dass sie eines Tages sterben werden.

Dass es unglaublich stark und furchtlos ist, feinfühlig und verletzlich zu bleiben. Sich einmauern und ein Arschloch werden kann nämlich jeder.

Dass du noch ein ganzes Leben Zeit hast, Erwachsenenscheiss wie Steuern nicht verdrängen, Rechnungen pünktlich zahlen und Zahnarzttermine nicht vergessen, auf die Reihe zu kriegen.

Dass du noch vier unglaublich lange Dekaden arbeiten wirst. Und es von daher schon fast lächerlich egal ist, ob du jetzt schon auf dem richtigen Weg bist. Dass es geil ist, wenn du weisst, dass du es trotzdem schon bist.

74659

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out /  Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out /  Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out /  Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out /  Change )

Connecting to %s

%d bloggers like this: